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24 März 2026

Neue Auslandseinheit CHRU einsatzbereit

Neue Auslandseinheit CHRU einsatzbereit
24 März 2026

Die von deutschen Partnern im Projekt KulturGutRetter entwickelte Cultural Heritage Response Unit (CHRU) ist seit Ende Februar 2026 offiziell im EU-Katastrophenschutzverfahren registriert und damit als einsatzbereit gemeldet. Im Fall von Natur- oder durch Menschen verursachte Katastrophen kann Deutschland nach einem internationalen Hilfsersuchen bei der Notversorgung von bedrohtem Kulturerbe weltweit Hilfe leisten.

Die CHRU ist eines der ersten Module im europäischen Katastrophenschutzverfahren (UCPM), das sich auf die Nothilfe für beschädigtes oder bedrohtes Kulturgut spezialisiert. Vergleichbar mit bereits etablierten Katastrophenschutzeinheiten– etwa für die Personenrettung oder die Wasseraufbereitung – kann Deutschland die Unterstützung der CHRU anbieten, wenn ein Land nach einer Katastrophe internationale Hilfe ersucht. Nach Annahme des Hilfsangebots durch das betroffene Land kann die CHRU gemäß EU-Standards innerhalb von 96 Stunden entsendet werden. Der Einsatz der Einheit erfolgt in der Regel erst nach Abschluss der lebensrettenden Sofortmaßnahmen. Im Vollbetrieb umfasst die CHRU ein 43-köpfiges Team sowie 18 Tonnen Material, ausgelegt für Einsätze von mindestens 10 Tagen.

Gemeinsam für den Kulturerhalt

„Die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW), das Leibniz-Zentrum für Archäologie (LEIZA) und das Deutsche Archäologische Institut (DAI) haben im Projekt KulturGutRetter in den letzten Jahren ihre spezifischen Stärken eingebracht – von der internationalen Katastrophenhilfe und Logistik über den Umgang mit dem gebauten Erbe und die Konservierung von kulturellen Objekten unterschiedlicher Materialgattungen bis zu IT-Infrastrukturen an der Schnittstelle zwischen Einsatz und Forschungsdatenmanagement. Die CHRU lebt jedoch vor allem vom großen Engagement und der Bereitschaft der THW-Einsatzkräfte und der KulturGutRetter-Freiwilligen, die zukünftig gemeinsam als Team an Einsätzen teilnehmen werden,“ betont Tobias Busen, Wissenschaftlicher Referent für Baudenkmalpflege und Kulturerhalt am DAI.

Foto: CHRU Patch, C.Domenech, DAI

Einsatz weltweit nach Katastrophen

Die CHRU vereint Fachleute aus dem Zivil- und Katastrophenschutz und aus dem Kulturgutschutz. Das interdisziplinäre Team der CHRU sichert im Auslandseinsatz mobiles und immobiles Kulturgut: „Mit der Einsatzbereitschaft der CHRU können die drei Partner einen starken Beitrag zum Schutz von Kulturgut weltweit leisten. Ein autarkes Konzept, spezialisierte Ausstattung, Standards und eine mehrstufige Ausbildung hat die Einsatzeinheit darauf vorbereitet. Getragen von einem interdisziplinären ehrenamtlichen Team, ist die CHRU bereit, Kulturgütern in Not und damit auch den von Katastrophen betroffenen Gemeinschaften zu helfen,“ so Alicia Rehberger, Referentin in der THW Arbeitsgruppe Ausland. Seit 2024 bildet das Projekt KulturGutRetter-Freiwillige und THW-Einsatzkräfte für diese Aufgaben aus. Unterstützt von einem Stab in Deutschland und in enger Abstimmung mit lokalen Behörden, übernimmt die CHRU im Einsatz Aufgaben wie Fernerkundung, Dokumentation, Evakuierung, Notkonservierung, Sicherung und Stabilisierung von mobilem und immobilem Kulturgut. Nach Abschluss der Erstversorgungsmaßnahmen wird das Kulturgut und gesammelte Daten an die zuständigen Institutionen vor Ort übergeben. 

Zur Durchführung ihrer Einsätze verfügt die CHRU über spezialisierte Ausstattung zum Schutz von Kulturgut. Für immobiles Kulturgut – wie historische Gebäude oder Denkmäler – stehen Materialien zur Reinigung, Dekontamination und Objektstabilisierung bereit. Für mobile Güter – wie bspw. Sammlungen – hat das LEIZA im Rahmen des Projekts KulturGutRetter ein mobiles Notfalllabor entwickelt: „Durch die in den letzten Jahren durchgeführten Ausbildungen und Erprobungen und die für den Einsatz artikulierten minimalen Standards zur Handhabung von Kulturgütern sind die KulturGutRetter-Freiwilligen und Einsatzkräfte gut gerüstet, jederzeit in den Kulturgutschutz entsendet zu werden. Außerdem wurden die Module des Notfalllabors und das dazugehörige Equipment für die Einheit mobiles Kulturgut nach mehreren Tests überarbeitet und sind jetzt fit für den Ernstfall,“ erläutert Ulrike Lehnert, Restauratorin am LEIZA.

Ein starkes Signal für den Kulturgutschutz

Die Meldung der Einsatzbereitschaft der CHRU gegenüber der EU markiert einen wichtigen Meilenstein. Die Weiterentwicklung des Moduls wird 2026 und darüber hinaus fortgesetzt, insbesondere durch die kontinuierliche Ausbildung weiterer Teammitglieder. In den kommenden Jahren soll die CHRU zudem im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens zertifiziert werden. Zeitgleich werden Erfahrungen aus dem Aufbau und der Ausbildung der Einheit mit internationalen Partnern geteilt um einen Wissenstransfer herzustellen. Die CHRU kann somit als Vorbild für die Entwicklung weiterer Teams anderer Länder dienen und nimmt damit eine noch solidere Position innerhalb des europäischen und internationalen Katastrophen- und Kulturgutschutzes ein.

Foto: Die CHRU ist einsatzbereit, C.Domenech, DAI

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